Zur Erinnerung an alle vom Islam ermordeten Menschen

2008/11/27

002 Zur Erinnerung an alle vom Islam ermordeten Menschen (Nov2008), 001 Werde Muslimin (Jul2008).

Bitte rechts oben bei KATEGORIE: Lyrik klicken und scrollen, oder beim ARCHIV den Monat anwählen, so können die Artikel schnell gefunden werden.

002                                20081127             KATEGORIE:  Lyrik

Zur Erinnerung an alle vom Islam ermordeten Menschen.

 MEINE PAPIERBELEIDIGUNG

                              1

Weil die würdigen und starken Herren Muftis und Qadis

morgen meinen Kopf abschneiden wollen,

spüre ich erst jetzt, wie zart und schwach mein Hals ist.

                              2 

Als ich noch jung war, habe ich den Hals

eines Huhnes auch manchmal durchgeschnitten.

Der Körper rannte dann wie verrückt alleine

durch den Hof und stieß überall an.

                              3

Der Kopf mit den ausdruckslosen Augen

lag unsinnig neben dem Hackstock.

Er konnte den Füßen den Weg nicht mehr zeigen.

Erst der nächste Regen wusch das Blut fort,

welches in Fontänen aus dem offenen Hals

herausgespritzt war.

                              4 

Aus den Mündern der Richter spritzen die Worte

auch so wie diese Blutfontänen im Saal herum.

Ein Buch hätte ich beleidigt –

in welchem die Worte von einem Gott aufgeschrieben wären.

Als ob Papier sich freuen, traurig oder beleidigt sein könnte.

Bei einem Huhn hätte ich solche Gefühle noch eher verstanden.

                              5 

Wenigstens die Sonne sollten sie mich noch einmal sehen lassen.

Ihr Licht würde ich zu meinem Herzen hinunterleiten,

dann könnte ich leichter auf meinen Kopf verzichten.

Warum will ihn dieser Gott nach vielen Jahren genau morgen ?

Wenn es aber seinen Zorn besänftigt, so soll er ihn eben haben.

Ich fühle mich fast geehrt, wenn ich damit einen Gott beruhigen kann.

                              6 

Vermutlich wird es aber nicht lange dauern,

bis er einen weiteren Kopf als Beruhigungspille benötigt,

denn er dürfte schon wegen jeder Kleinigkeit in Aufregung geraten.

Ich weiß zum Beispiel nicht, womit ich ihn in Weißglut gebracht habe.

                              7 

Die Gesichter der Richter spiegeln aber keinen Zorn

und seltsamerweise auch keine Beleidigtheit wider.

Gleichmütig und leer schauen sie über den Tisch zu mir herüber.

Ihr Gott wird wahrscheinlich trotz seiner Wut

ebenfalls so ausdruckslos zu  mir herabschauen.

                              8 

Es wird bei ihnen allen so sein, wie bei den Hühnern.

Ihr Verstand ist getrennt von ihren Körpern und von ihren Armen,

mit denen sie stets die Schwerter schwingen.

                              9 

Und das mit der Papierbeleidigung ist nur ein Vorwand,

damit sie weiter allen notorisch den Kopf abschlagen können,

weil sie die Verbindung zu ihren Herzen

schon vor langer Zeit selbst durchschnitten haben.

                          ===

Advertisements