MISSION – von Helmut Zott

010 Mission – von Helmut Zott (Jun2013), 009 Zur oft geforderten Reformierung des Islams – von Helmut Zott (Mai2013), 008 Islam und Islamismus – von Helmut Zott (Mai2013). Die Titel 007 bis 001 sind bei KATEGORIE: Verzeichn. ALLER ARTIKEL zu finden.
 
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010        20130629         KATEGORIE: Islam-Diktatur abwehren
 
MISSION – von Helmut Zott, 2013-06-10
 
Die Wortverkündigung des Evangeliums und das eigene beispielhafte Vorleben in Hinblick auf die Person Jesu macht das Wesen der christlichen Mission aus, die natürlich auch das Bekenntnis zum dreieinigen Gott und zu der Göttlichkeit Jesu Christi einschließt.  Die Freiheit der Entscheidung des Umworbenen bleibt selbstverständlich unangetastet: 
„Einladung und Bitten sind die Grundformen christlicher Mission, der ein unduldsamer Zwang fremd ist“.. „Dialog und Mission schließen sich nicht aus“ (Handreichung der EKD, aus dem Jahre 2006).
 
Die christliche Missionierung wird allerdings auf muslimischer Seite bereits als Provokation Allahs gedeutet und in islamischen Ländern als Angriff auf den Staat missverstanden. Für gläubige Muslime ist die Verführung zum Unglauben laut Koran schlimmer als das Töten von Ungläubigen: „Und tötet sie (d.h. die heidnischen Gegner), wo (immer) ihr sie zu fassen bekommt, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben! Der Versuch (Gläubige zum Abfall vom Islam) zu verführen ist schlimmer als Töten“ (Koran: 2, 191; nach der Übersetzung von Rudi Paret).  
 
Die Macht- und Eroberungspolitik des Islams zeichnet sich natürlich auch in der „Missionierung“ ab, sofern dieser Begriff überhaupt auf den Islam anwendbar ist. Sie steht jedenfalls im krassen Widerspruch zur christlichen Missionsauffassung und damit auch zu den verbindlichen Glaubensgrundlagen und Prinzipien der Kirche überhaupt. Diese verzichtet im Grundsatz auf weltliche Macht, wie das beispielsweise auf evangelischer Seite explizit in der „Augsburgischen Konfession“ unter der Überschrift „28. Von der Gewalt der Bischöfe“ nachzulesen ist: „Unsere Kirche hält unbedingt fest an der Unterscheidung der beiden Regimente, die Gott gegeben hat, des geistlichen und des weltlichen Regiments. Das geistliche Regiment besteht in dem Befehl und in der Macht, das Evangelium zu predigen, Sünde zu vergeben und zu behalten, die Sakramente zu reichen und zu handeln, die Lehre die dem Evangelium zuwider ist, zu verwerfen, die Gottlosen, deren gottloses Wesen offenbar ist, aus der christlichen Gemeinde auszuschließen. Ihm ist keine menschliche Gewalt gegeben. Es wirkt allein durchs Wort. Das weltliche Regiment schützt nicht die Seelen, sondern Leib und Gut gegen äußerliche Gewalt mit dem Schwert und irdischen Strafen“. 
 
Diese Unterscheidung der Zuständigkeitsbereiche von Kirche und Staat, die auch als Glaubensgrundlage für die Katholische Kirche verbindlich zutrifft, da sie sich auf die Aussage Jesu – „Gebt den Kaiser was des Kaisers ist, und Gott was Gottes ist“ – bezieht, kommt hier klar zum Ausdruck. Das stellt allerdings einen entscheidenden Unterschied zum Islam dar, zu dessen unverzichtbarem Wesensbestand gerade der absolute Machtanspruch im Staat, und schließlich der Weltmachtsanspruch am Ende der Menschheitsentwicklung gehören.
 
Eine besondere Form der islamischen „Missionierung“, die letzten Endes selbstverständlich auch dem universellen Ziele der weltweiten Expansion und Herrschaft des Islams dient, hat die Bezeichnung „Da’wa“, was mit „Aufruf zum Islam“ übersetzt werden kann. Sie wird im „Dar al-harb“, dem „Haus des Krieges“, und im Zustand der Schwäche praktiziert, wie beispielsweise heutzutage in der Bundesrepublik Deutschland, da hier die Scharia noch nicht vorherrscht und die Muslime in der Machtunterlegenheit und Minderheit sind. Die freundliche Einladung der Ungläubigen in die Moschee, die Predigt am Freitag und Einladungen zu religiösen Feiern gehören beispielsweise hierher.
 
„Mit unerschütterlicher Geduld wird die Präsenz in allen staatstragenden Bereichen angestrebt, um schließlich die Scharia ungeschmälert durchsetzen zu können: Berufsverbände, Rechtswesen, karitative Einrichtungen und Vereine, Moscheezentren,  Bankensystem, Schulen und Universitäten, Medien und Parlament sind wichtige Ziele der Da’wa, der „Einladung“ zum Islam, was im profan-säkularen Bereich nichts anderes als die politische Unterwanderung und Umwandlung der Gesellschaft bedeutet“ (Dr. Hans-Peter Raddatz: „Von Allah zum Terror?“, S. 210).
  
Selbstverständlich dient auch der viel gepriesene Dialog, trotz anders lautender Beteuerungen der Muslime, der Da’wa und ist letztlich ein Teil des Djihads. Denn die Verpflichtung und der Auftrag, sich mit allen Mitteln und Möglichkeiten um die Sache Allahs zu bemühen, was der Terminus „Djihad“ zum Ausdruck bringt, hat für alle gläubigen Muslime zeitlich und räumlich uneingeschränkte Gütigkeit. 
 
Diese Form der friedlichen Werbung im „Dar al-harb“ wird allerdings nur so lange praktiziert, bis der Staat in der Hand der wahren Gläubigen ist und die Vorherrschaft andere Maßnahmen zulässt. „Nach eherner, tausendfach bewährter Regel rückt mit wachsender Stärke der umma auch der Moment ihrer hidjra näher, jener Durchbruch zur Gewalt, der das Schicksal aller Ungläubigen, früher oder später, besiegelt, so wie es der Prophet befahl“ (Dr. Hans-Peter Raddatz: „Von Allah zum Terror?“, S. 245).
 
Wenn also die Zustände es ermöglichen und erfordern, das heißt, wenn genügend Macht vorhanden ist, ändert sich radikal der Ton und die Strategie, etwa in der Art wie der Muslimbruder M. Sabuni, einst Professor der Scharia-Fakultät an der Universität in Mekka, uns vor Augen führt und darüber aufklärt: „Wenn jemand sich der Propaganda des Islam in den Weg stellt und versucht, den Islam an seinem Vormarsch zu hindern, wird es notwendig, ihn zu zertrümmern und die Erde von seinem Schmutz zu reinigen, damit die Rechtleitung Allahs die Menschen erreicht und damit jeder Mensch in aller Sicherheit seine religiöse Freiheit genießt“ (Dr. Hans-Peter Raddatz: „Von Allah zum Terror?“, S. 211). 
 
Da im Islam wie allseits bekannt eine Trennung von Politik und Religion nicht vorhanden ist und auch nicht anerkannt wird, geht es bei der sogenannten „Missionierung“ in einem nichtislamischen Land, im Gegensatz zum Christentum, nicht nur um die Rekrutierung von neuen Muslimen, sondern primär darum, einen religiös begründeten, aber letztlich staatspolitischen Akt durchzusetzen, der die Einführung der Scharia zum Ziele hat und der dem Djihad, dem Einsatz für die Sache Allahs mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, zuzuordnen ist. Nach islamischer Auffassung ist ein Land definitionsgemäß nicht etwa dann islamisch, wenn die Mehrheit der Bevölkerung Muslime sind, sondern wenn die Scharia eingeführt und allgemein gültig ist. Die erforderliche Frömmigkeit jedes einzelnen Staatsbürgers wird nach erlangter Herrschaft sowieso nachträglich verordnet und vom Staat erzwungen. 
 
„Schon der Verkünder selbst (Mohammed) hatte eher die großräumige Eroberung und Tributerschließung nichtislamischer Gebiete (futuh) als die individuelle Missionierung vor Augen, als er während des berühmten ‚Grabenkrieges’ von Medina im Jahre 627 die Bitte an Allah richtete, ER möge sie (die Städte und Länder) uns öffnen, uns ihre Häuser als Beute geben und ihre Länder mit unseren Händen zerstören  lassen“ (Dr. Hans-Peter Raddatz: „Von Allah zum Terror?“, S. 37).
 
Wenn man unter dem Begriff ‚Mission’ die speziellen Bemühungen und Maßnahmen zur Ausbreitung des islamischen Glaubens versteht, so zeigt sich diese, zumal in der frühen geschichtlichen Phase des erstarkenden Islams, als ein dem Djihad ähnliches bis gleiches Geschehen, das sich fast immer nach folgendem schematischen Ablauf vollzog: 
 
Es wird das Land der Ungläubigen überfallen und mit Waffengewalt erobert. Der Großteil der noch lebenden ungläubigen Männer wird, wie es vielfach real vollzogen wurde, zur Schwächung und besseren Beherrschung des Landes getötet – es sei denn, sie treten zum Islam über. Die Juden und Christen, im Koran als „Schriftbesitzer“ bezeichnet, die den Kampf überlebt haben und froh sein müssen, nicht nachträglich noch getötet zu werden, erfahren die Gnade der Toleranz, als Menschen zweiter Klasse, also als so genannte „Dhimmi“, unter Repressalien und Abgabe hoher Steuern, weiter in Demut existieren zu dürfen. So geordnet und organisiert, ist der Staat nunmehr islamisch beherrscht und wird unter die Gesetzlichkeit Allahs, das heißt unter die Scharia, gestellt.
 
Grundlage und Vorbild für dieses Handeln ist natürlich wie immer das Verhalten Mohammeds gewesen, und  man versteht das Verhalten der Muslime im Verlauf der Geschichte dann besser, wenn man das Urbild im „Medina Modell“ aufsucht und die Frage stellt, wie Mohammed die „Mission“ betrieben hat. Michael Steiner erwähnt in seinem Buch „Die islamischen Eroberer“ einige markante Beispiele islamischer „Missionierung“ und berichtet von einem konkreten Fall das Folgende: „Wer sein Leben schonen wollte, konnte einfach durch das Hersagen des Glaubensbekenntnisses bekunden, dass er von nun an Moslem sei. Mohammed bot allen Menschen Arabiens ein ‚friedliches Zusammenleben’ an, indem er sie vor die Alternative stellte zum Islam zu konvertieren oder zu sterben“.
 
Und der Historiker Ibn Hisham schildert das folgende „missionarische“ Ereignis: Mohammed sandte Khaled ibn Walid zum Stamm der Haritha und sagte: „Fordere sie auf den Islam anzunehmen ehe du gegen sie kämpfst. Bejahen sie den Islam, so schone ihr Leben, lehnen sie ab, bekämpfe sie“. Später teilte Mohammed den Haritha mit, dass er sie enthauptet und „ihnen ihre Köpfe vor die Füße gerollt hätte, wenn sie den Islam abgelehnt hätten“ (Michael Steiner: „Die islamischen Eroberer“, S. 122).  
 
Die beiden geschilderten Möglichkeiten und Phasen der Missionierung im Islam, einerseits die in Unterlegenheit praktizierte Da’wa, und andererseits die in Überlegenheit erzwungene Konversion, spiegeln natürlich das ursprüngliche Verhalten und Handeln Mohammeds wider, der in seiner mekkanischen Zeit der Machtlosigkeit nur einladend und werbend für seine neue Lehre tätig werden konnte, während er nach der Hidjra, nachdem er in Medina zur Macht gekommen war, gemäß der Devise „Islam oder Tod“ verfuhr.       
 
So wie der Begriff ‚Djihad’ ein ‚Bemühen für die Sache Allahs mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln’ beinhaltet und je nach Situation friedlich oder gewalttätig umgesetzt werden kann, so wird auch die Missionierung den jeweiligen Umständen angepasst.   
Von den Anfangszuständen des „Medina Modells“ bis zum anvisierten Endziel einer Menschheits-Umma mit einem Kalifen als Vertreter Allahs auf Erden an der Spitze, ist und bleibt die islamische Missionierung ein immerwährender Auftrag Allahs und ein dynamischer Bestandteil des Islams: „Eine missionierende Religion kann nicht stillstehen; entweder sie breitet sich aus, oder sie schrumpft… Der Islam ist eine universale Religion. Sein Ziel ist es, seine Botschaft bis in alle Himmelsrichtungen zu tragen. Seine Hoffnung ist, dass eines Tages die ganze Menschheit zu einer einzigen muslimischen Gemeinschaft wird, zu einer umma“ (Zaki Badawi).
 
Man lasse sich nicht täuschen: Das oft betonte und scheinbar Gemeinsame, das Muslime in der momentanen Situation der Minderheit und Unterlegenheit bei uns vorgeben und  hervorkehren, und das die Kirchenobern und Politiker in ihrer geistigen Verblendung ungefragt hinnehmen und für wahr halten, ist entweder verfälscht oder liegt an der Oberfläche. In der zentralen Tiefe zeichnen sich unüberbrückbare Gegensätze ab, die man auf christlicher Seite bisher offenbar nicht beachtet oder nicht besonders betont und in den Vordergrund gerückt hat – vielleicht auch nicht erkannt hat. Das heißt aber nicht, dass sie nicht vorhanden wären. Sie treten erst nach erlangter Machtposition der Muslime voll in Erscheinung. In streng islamischen Ländern ist ja auch heute noch christliches Missionieren unter Todesstrafe gestellt, weil es nicht als ein gut gemeintes Glaubensangebot, sondern als Angriff auf die Ordnung Allahs verstanden wird. Dort diktiert die politische Macht sowohl das, was als Wahrheit zu gelten hat, als auch den richtigen Glauben.
 
Auch wenn man heute in Europa die Augen verschließt und es nicht wahr haben will, ist und bleibt es eine Tatsache, dass der Islam als angeblich „einzig wahre Religion“ den zeitlosen Auftrag von Allah hat, den Unglauben weltweit zu bekämpfen und letztendlich das Christentum zu vernichten. 
 
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2 Responses to MISSION – von Helmut Zott

  1. caruso sagt:

    Zwei Bemerkungen: „Der Islam“ will vor allem die Juden / das Judentum vernichten, dann das Christentum und alle anderen Religionen. Es sei, sie übertreten.
    Was immer die christliche Religion sagt, die Juden empfinden die Mission als unerträglich. Doch würde es keinem Juden einfallen einen Menschen deswegen zu töten. Soweit ich weiß, war das auch nie der Fall.
    lg
    caruso

  2. Der Islam behauptet von sich, die beste Gemeinschaft unter den Menschen hervorzubringen [K 3,110: Ihr (Gläubigen) seid die beste Gemeinschaft, die unter den Menschen entstanden ist (w. die den Menschen hervorgebracht worden ist). Ihr gebietet, was recht ist, verbietet, was verwerflich ist, und glaubt an Gott.] Das Ziel des Islam ist die Errichtung eines universalen Gottesstaates. Kraft dieses Anspruches proklamiert der Islam seine Lebensordnung als universell gültig und verbindlich für alle Staaten und Gemeinschaften.

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